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05.09.2010 (www.rp-online.de / 03.09.10 / Photo: Anti-CO-Initiative)
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Baustopp verhängt: Streit um CO-Pipeline
Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat die aktuellen Bauarbeiten (wir berichteten) an der in der Region umstrittenen CO-Pipeline
des Bayer-Konzerns vorübergehend gestoppt. Bayer Material Science (BMS) als künftiger Betreiber muss zunächst einen
Katalog mit 25 Fragen abarbeiten, bevor die von dem Konzern als völlig unspektakulär eingestuften Nachbesserungsarbeiten
fortgesetzt werden können. Bei diesen Arbeiten geht es nach Angaben des Unternehmens vor allem um Nachbesserungen an der dem
Korrosionsschutz dienenden Kunststoff-Ummantelung einiger weniger Rohre. Mindestens drei kurze Abschnitte im südlichen Kreis Mettmann
sollen betroffen sein, einer davon an der Beckersheide in Hilden. Dort hat die Baufirma ein etwa zehn Meter langes Rohrstück aus
dem Boden entfernt und auf einem Erdhügel gelagert. An ihm sind zwei Stellen auffällig, an denen der Mantel der Pipeline
offenbar repariert worden ist. "So dilettantisch flickt man nicht einmal einen Fahrradschlauch. Der Flicken steht ja an einer Stelle
hoch", sagt Wilfried Korntheuer, der die RP auf die aufgerissene Baustelle parallel zur A3 aufmerksam gemacht hatte.
Nach Auffassung der Gegner bestätigt die aktuelle Entwicklung eine nunmehr seit drei Jahren zu beobachtende "Unzuverlässigkeit"
beim Umgang mit der Leitung. Wieder einmal müsse Bayer Mängel an der Röhre zugeben, sagt Dieter Donner, Koordinator der Initiativen
im Kreis Mettmann: "Arbeiten Bayer und die von Bayer beauftragten Firmen immer so dilettantisch oder nur an der CO-Pipeline, wo
künftig extrem giftiges Gas nur wenige Meter an Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und an den Gärten von
Bürgern entlang strömen soll?" Dass die neue Regierungspräsidentin Anne Lütkes den vorläufigen Baustopp verhängt
hat, wertet Donner als Beleg dafür, "dass sie im Gegensatz zu Herrn Büssow die Nachfragen und Einwände der Pipeline-Gegner
ernst nimmt".
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22.07.2010 (www.rp-online.de / 20.07.10)
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Neuer NRW-Wirtschaftsminister fordert mehr Rücksicht auf Anwohner-Interessen
Düsseldorf (ots) - Harry K. Voigtsberger, neuer NRW-Minister für Wirtschaft, Bauen und Verkehr in NRW, setzt sich dafür
ein, dass Industrie und Politik die Interessen der Anwohner bei der umstrittenen CO-Pipeline künftig stärker
berücksichtigen. Der SPD-Politiker sagte der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinische Post" (Dienstagausgabe),
man müsse die "Betroffenen ins Boot holen, damit wichtige Projekte" wie die Kohlenmonoxid-Leitung "nicht durch juristische
Querschüsse blockiert" werden. Nach dem Regierungswechsel habe NRW nun "die Chance, weltweit zur Modellregion für die
kluge Verbindung von Ökologie und Ökonomie" zu werden.
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19.07.2010 (www.rp-online.de / 15.07.10)
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CDU: Grüne enttäuschen im Kampf gegen CO-Pipeline
Langenfeld/Monheim. Als "herbe Enttäuschung für alle Gegner der CO-Pipeline" wertet der CDU-Landtagsabgeordnete
Hans-Dieter Clauser die Vereinbarung von SPD und Grünen im neuen Koalitionsvertrag. "Bei zahlreichen Wahlkampf-Auftritten
hatten die Kandidaten der SPD, der Grünen und der Linken um Wählerstimmen im Kampf gegen die Pipeline geworben. Nun
kommen die Grünen in die Regierungsverantwortung, und plötzlich ist von ihrem Widerstand gegen die CO-Pipeline kaum
mehr etwas zu spüren", meint Clauser. Der im Koalitionsvertrag eingeforderte Dialogprozess habe längst stattgefunden.
Nur habe Bayer in allen Gesprächen "auch auf konstruktive Vorschläge" immer wieder mit Ablehnung reagiert.
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14.07.2010 (www.rp-online.de / Photo: rp-online)
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Mahnwache vor dem Landtag
Gegner der Bayer-CO-Pipeline protestierten am Dienstag ab 13 Uhr mit einer Mahnwache vor dem Düsseldorfer Landtag gegen die
umstrittene Gasleitung. Damit wollten sie der neuen Landesregierung zeigen, dass die CO-Pipeline weiterhin auf breite
Ablehnung stoße, so die Veranstalter. Die Demonstrationen dauerten circa eine Stunde lang an. Unterschiedliche
Bürgerinitiativen hatten sich zusammen geschlossen.
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09.07.2010 (www.rp-online.de)
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CO-Pipeline: Bayer reagiert auf Ärztekritik
Nachdem zuletzt 106 Kinder- und Jugendärzte an Bayer appelliert hatten, die CO-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld zu stoppen,
reagiert nun der Chemiekonzern mit einem offenen Brief. So schreiben Tony Van Osselaer und Jürgen Hinderer von Bayer Material Science:
"Pipelines sind sowohl unter Sicherheits- als auch unter Umweltaspekten das beste Transportmittel für viele flüssige und gasförmige Stoffe."
Industrieunternehmen - darunter auch Bayer - hätten jahrzehntelange Erfahrung im sicheren Umgang mit Kohlenmonoxid und betreiben verschiedene
Versorgungsleitungen.
Und weiter: "Falsch ist Ihre Behauptung, es liege im - äußerst unwahrscheinlichen - Falle einer Störung im Ermessen von Bayer Material
Science, ob und wann die Öffentlichkeit informiert wird." Richtig sei vielmehr, dass das Unternehmen innerhalb einer Minute Umfang und Ort der
Leckage feststellen, Sofortmaßnahmen einleiten und unverzüglich die zuständigen Behörden einschalten müsse. Ein weiterer
Punkt, der nicht den Tatsachen entspreche, sei die Behauptung der Kinder- und Jugendärzte, dass CO nur dort produziert werden dürfe, wo es
verarbeitet werde. Eine solche gesetzliche Vorschrift existiere nicht, so Bayer.
Die Kinderärzte hatten in einem Brief an Regierungspräsident Jürgen Büssow gewarnt: "Bei einem Unfall gibt es tatsächlich keine
Rettungsmöglichkeiten. Deshalb müssen wir präventiv tätig werden und die CO-Leitung verhindern."
(siehe auch Info-Brief: 103 Kinderärzte appellieren mit Offenem Brief zur Bayer CO-Pipeline)
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29.06.2010 (www.rp-online.de / von Oliver Wiegand)
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CO-Pipeline: Schutzkleidung mangelhaft
Der Kreis Mettmann wehrt sich weiter gegen die CO-Pipeline. Nach wie vor strittig ist der Alarm- und Gefahrenabwehrplan (AGAP),
der im Fall eines Lecks an der 67 Kilometer langen Gasleitung zwischen den beiden Bayer-Werken Dormage und Uerdingen in Kraft treten
soll.
In der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses beharrte Rechtsdezernent Nils Hanheide auf seiner Auffassung, keiner der Beteiligten habe
dem AGAP von Bayer zugestimmt. Es habe lediglich einige Arbeitsgruppensitzungen gegeben. "Abstimmen heißt aber nicht zustimmen", sagte
Hanheide. Damit stellt sich Hanheide wie auch Landrat Thomas Hendele in der vergangenen Woche gegen die Auffassung des Düsseldorfer
Regierungspräsidenten Jürgen Büssow. Büssow sagte, der Plan sei zwischen dem Betreiber Bayer MaterialScience AG und den
betroffenen Kommunen abgestimmt. Nach wie vor nicht geklärt ist für den Kreis, was im Fall eines Lecks passiert, wenn sich das
tödliche, farb- und geruchlose Gas ausbreitet.
Steigt Gas senkrecht in die Luft?
Bayer ginge offenbar davon aus, dass Kohlenmonoxid senkrecht in die Luft steige und der Wind kaum eine Rolle spiele, so Hanheide.
Ein Problem habe der Kreis auch mit den "Entspannungsszenarien". Offenbar möchte Bayer im Fall eines Lecks das noch in der Pipeline
befindliche CO mit einer Betriebsfackel am Standort Dormagen in der Luft verbrennen. Nicht geklärt ist nach wie vor, ob die
Bevölkerung mit Sirenen entlang der Pipeline vor Lecks gewarnt wird. Bayer arbeite daran, betreibe das Sirenenprojekt aber nicht weiter,
weil die Pipeline noch vor Gericht verhandelt wird.
Erhebliche Bedenken, was die Ausstattung der Feuerwehr betrifft, äußerte Kreisbrandmeister Friedrich-Ernst Martin. Die Sauerstoff-
Vorräte der eingesetzten Feuerwehrleute reichten maximal 45 Minuten. Bei einem größeren Leck mit vielen Verletzten in
Wohnhäusern viel zu wenig Zeit, um alle Menschenleben zu retten, so Martin. Die Feuerwehr brauche darüber hinaus Spezial-Fahrzeuge,
um überhaupt gefahrlos in die Nähe eines Lecks zu fahren. Nach wie vor strittig bleibt auch die Alarmierung. Im Fall eines Lecks,
das Bayer selbst erkennt, wird zunächst die Werksfeuerwehr und dann erst die Feuerwehr informiert.
"Die Bezirksregierung handelt ohne Rücksicht auf Verluste", sagte Klaus-Dieter Völker (CDU). Da sei offenbar eine mächtige
Bayer-Lobby aktiv. Im Kreis Mettmann gehe man nun davon aus, dass sich die Bezirksregierung nicht weiter einmischen möchte. Statt dessen
sei man angehalten, auf eigene Kappe so genannte Sonderschutzpläne zu erstellen.
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21.06.2010 (www.rp-online.de / von Jürgen Fischer)
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CO-Pipeline: Hendele und Büssow im Clinch
Mettmann. Einen heftigen Schlagabtausch im Streit um Bayers CO-Pipeline liefern sich der Düsseldorfer
Regierungspräsident Jürgen Büssow und Landrat Thomas Hendele. Nachdem die Rheinische Post die
kritische Sicht des Kreisrechtsdezernenten Nils Hanheide und der Feuerwehr zum Alarm- und Gefahrenabwehrplan (AGAP)
veröffentlicht hatte, reagierte die Bezirksregierung mit einer Stellungnahme, in der die Vorwürfe zurückgewiesen
wurde. Umgehend stärkte daraufhin der Landrat seinem Dezernenten den Rücken.
Die Bezirksregierung bestreitet, das der AGAP nicht ausreichend mit Behörden, so mit dem Kreis Mettmann und seinen Feuerwehren,
abgestimmt sei. Alle Fragen seien geklärt, alle Gefahrenabwehrbehörden ( also auch die Feuerwehren - Anm.d. Red.)
seien einverstanden. In einem aufwändigen Verfahren, sei "Einvernehmen zwischen Bayer und den Kreisen und Städten über
die jetzige Fassung des AGAP erzielt worden." Der Mettmanner Kreisbrandmeister Friedrich-Ernst Martin habe alle Unterlagen und
sämtliche Fassungen des AGAP erhalten. Damit sei der Kreis ständig informiert gewesen.
Hendele reagierte empört auf diese Behauptungen. Der Kreis habe zu keinem Zeitpunkt sein Einverständnis mit dem AGAP
erklärt, auch das einer anderen Gefahrenabwehrbehörde sei nicht bekannt. Er verwies noch einmal auf zwei Schreiben,
in denen der Kreis Regierungspräsident Büssow auf offene Fragen hingewiesen habe.
Der Kreis Mettmann habe als einziges Mitglied der Arbeitsgruppe die unmittelbare Alarmierung der Kreisleitstelle vorgeschlagen,
so die Bezirksregierung. Da alle anderen Beteiligten mit der Regelung, Alarm erst bei Bayer einlaufen zu lassen, einverstanden
gewesen seien, habe man dem Wunsch des Kreises nicht folgen können. Hendle betont dagegen, aufgrund der Betroffenheit des
Kreises von der CO-Pipeline sei die unmittelbare Alarmierung der Kreisleitstelle notwendig. Abschließend äußert er
"Unverständnis", dass die Bezirksregierung den Abstimmungsprozess einseitig abgebrochen habe.
AGAP: siehe auch Info-Brief |
AGAP lesen (PDF)
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02.06.2010 (Rheinische Post)
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Gespräch von Bayer mit Initiativen über CO-Pipeline
Experten von Bayer MaterialScience (BMS) und Vertreter der Initiativen gegen den Bau der Kohlenmonoxid-Pipeline zwischen
den Produktionsstätten Dormagen und Uerdingen trafen sich jetzt in Leverkusen zu einem Informationsaustausch.
"Das dreistündige Gespräch verlief konstruktiv und sachlich", erklärten die Teilnehmer nach dem Treffen.
Es wurden neben dem Verbund-Konzept für die drei BMS-Niederrhein-Standorte und Sicherheitsfragen viele weitere Themen
angesprochen und dabei zahlreiche Informationen ausgetauscht. In den grundsätzlichen Fragen und in der Bewertung
von Alternativen konnte keine Annäherung erreicht werden. Einig waren sich beide Seiten: "Die Diskussion wird
untereinander und öffentlich weiter fortgeführt." Für die Pipeline-Initiativen waren Erich Hennen, Dieter Donner,
Wolfgang Cüppers und Marlis Elsen der BMS-Einladung nach Leverkusen gefolgt. Das Unternehmen vertraten Chefingenieur
Dr. Jürgen Hinderer sowie die Projektleiter Werner Breuer und Guido Baumann.
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27.04.2010 (www.rp-online.de / von Joachim Preuss / Photo: rp-online, A. Blazy)
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Bayer sichert CO-Pipeline
In Breitscheid stellte Bayer Material Science gestern das Sicherheitskonzept entlang der CO-Pipeline vor. Der Konzern
will Feuerwehren bei der Anschaffung zusätzlicher Geräte "unterstützen".
Bayer hält weiter am umstrittenen CO-Pipeline-Projekt fest. Man rechne etwa zum Jahreswechsel, wenn alle Gutachten
fertig seien, mit der Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Verwaltungsgericht, sagte gestern Werner Breuer,
Projektleiter von Bayer MaterialScience.
Bayer Projektleiter Werner Breuer
an der Absperrstation in Breitscheid. Links sind die Messgeräte, rechts ist die Ventileinheit zu sehen.
Man sei zuversichtlich, die Genehmigung zur Inbetriebnahme zu bekommen. In Breitscheid stellte er eine der insgesamt
fünf Absperrstationen zwischen Dormagen und Uerdingen vor. Diese Stationen seien Teil des Sicherheitskonzeptes.
Breuer bemühte sich, die gesamte Pipeline als möglichst sicher darzustellen.
Das Kugelventil, so Breuer, befinde sich im CO-Rohr in etwa 1,40 Meter Tiefe. Oben ragt nur die Mechanik heraus: In
einem kompass-ähnlichen Gehäuse zeigt ein Dreieck an, ob es auf oder zu ist: Gestern war es geöffnet -
trockene Luft sorgt im Innern des Rohres dafür, dass es nicht rostet. Die Anlage ist durch zwei massive T-Träger
als Rammschutz gesichert.
"Selbst wenn jemand die Aufbauten absägt, bliebe nur eine zwei Millimeter große Undichtigkeit", so Breuer. Das
würde sofort bemerkt: Ein Umgebungssensor misst die Außenluft, zusätzlich würde ein Druckabfall
sofort Alarm auslösen. Das Ventil kann elektrisch per Fernsteuerung aus der Leitstelle in Uerdingen oder auch
vor Ort per Hand bedient werden, falls mal ein Leck auftreten sollte.
Etwa drei bis fünf Tonnen CO-Gas befinden sich in den Abschnitten zwischen den Schieberstationen. In einem
theoretisch durchgespielten Worst-Case-Szenario (schlimmster Unfall) wurde ein 54 Millimeter großes Loch mit bis zu
fünf Tonnen Gasaustritt angenommen: Das habe eine Gaswolke in Form einer "Keule" von 800 Metern zur Folge. CO-Gas
sei etwas leichter als Luft und vermische sich sofort, so Breuer. Gemeinsam mit der Bezirksregierung, der Werksfeuerwehr
und den örtlichen Feuerwehren arbeite man an einem Alarm- und Gefahrenabwehrplan, so Breuer.
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24.04.2010 (www.rp-online.de / von Petra Czyperek / Photo: rp-online)
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Zankapfel CO-Pipeline
Bayer-Vertreter, Landtagskandidaten, Bürgerinitiativen, Landrat, Bürgermeister und Verbandsvertreter diskutieren
vor 350 Zuhörern bei "RP Moment mal" zur CO-Pipeline in Monheim.
Sie kamen aus Duisburg, Krefeld-Uerdingen, Ratingen, Erkrath, Hilden, Langenfeld und Monheim - rund 350 Zuhörer,
die entlang der geplanten Trasse für den Transport des giftigen Gases wohnen. Sie verfolgten aufmerksam die von
der Rheinischen Post veranstaltete Podiumsdiskussion in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums am Berliner Ring in Monheim.
Immer wieder waren emotionale Zwischenrufe zu hören.
"Die CO-Pipeline: Unkalkulierbares Risiko oder Notwendigkeit für den Industriestandort?" lautete der Titel. Das Podium
war mit Bayer-Vertretern, Anti-Pipeline-Aktivisten und politischen Vertretern hochkarätig besetzt. RP-Redakteur
Jörg Janßen moderierte den mehr als dreistündigen Schlagabtausch.
Zunächst bezogen alle Teilnehmer noch einmal Position: Dr. Tony van Osselaer vom Vorstand der Bayer Material Science
(BMS) bekräftigte, für den Konzern gebe es keine Alternative zur Pipeline. Bayer habe bereits einen hohen
zweistelligen Millionenbetrag investiert. Durch den Verbund sollten die Standorte am Rhein gestärkt und Arbeitsplätze
gesichert werden.
Auch die geplante zweite Herstellungsanlage für Kohlenmonoxid in Dormagen mache die Gasleitung nach Uerdingen keinesfalls
überflüssig, machte Werner Breuer (Projektleiter CO-Pipeline) die Hoffnungen der Landtagskandidaten Helmut
Konrad (Grüne) und Hans-Dieter Clauser (CDU) zunichte. Im Gegenteil: Sie sei auch dann notwendig, wenn anders als
in den Ursprungsplanungen angenommen, künftig sehr viel mehr Kohlenmonoxid vor Ort in Dormagen benötigt werde.
Tenor: Überschüsse wird es auch in diesem Fall geben; ein Verbund mit Uerdingen bleibe nötig, um Kapazitäten
jeweils dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht würden.
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06.03.2010 (www.rp-online.de / von Joachim Preuss / Photo: rp-online)
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Bis zur letzten Instanz
Die Sondersitzung der Bürgerschaft Breitscheid zum Thema CO-Pipeline war hochkarätig besetzt. Versäumnisse
bei Landtag und Kommunen. Stadt Ratingen will alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.
Der NRW-Landtag wird es wohl nicht fertig bringen, sich auf Antrag der Grünen gegen die Inbetriebnahme der
CO-Pipeline auszusprechen. Das mutmaßte CDU-MdL Dr. Wilhelm Droste bei der Versammlung der Bürgerschaft
Breitscheid. Im fast vollbesetzten Gemeindesaal im Roten Turm ging es teilweise hoch her. Gegen die Inbetriebnahme
will die Stadt bis zur letzten Instanz streiten. Bis dahin könnten noch viele Jahre vergehen – und die Zeit
arbeite gegen Bayer, hieß es.
Reinhard Krekler, Vorsitzender der Bürgerschaft, hatte das Podium wieder hochkarätig besetzt: Neben Droste
informierten auch Rechtsamtsleiterin Brigitta Brakmann, Kläger-Anwalt Dr. Jochen Heide, Erich Hennen von der
Partner-Initiative aus Duisburg Süd, und Prof. Hans Petry aus Ratingen.

von rechts: Prof. Hans Petry, Erich Hennen, Reinhard Krekler, Brigitta Brakmann,
Dr. Jochen Heide, Dr. Wilhelm Droste / Foto: Achim Blazy
Viel Raum nahm die Diskussion ein, warum der Landtag NRW vor Jahren überhaupt das umstrittene Enteignungsgesetz
einstimmig beschließen konnte. Droste gab zu, dass aus heutiger Sicht bei diesem Verfahren "so ziemlich alles
schief gegangen ist, was schiefgehen konnte".
Das Enteignungsgesetz, das bei solchen Vorhaben an der Tagesordnung sei und die Grundstücksangelegenheiten
vereinfachen soll, sei vom Landtag auf Antrag der Bezirksregierung beschlossen worden. Droste sagte, dass er und
seine Kollegen auf dem Gebiet keine Fachleute seien: Zuvor waren über 100 Träger öffentlicher Belange
(TöB), wie beispielsweise alle betroffenen Städte, gefragt worden: "Niemand hat Bedenken geäußert."
Doch angesichts der Erkenntnisse, die jetzt vorlägen, sei das Projekt "nicht mehr haltbar, nicht mehr verantwortbar".
Es werde aber auf eine Entscheidung der Gerichte hinauslaufen, so Droste.
"In schlechter Gesellschaft"
Brakmann bestätigte, dass man zehn bis 20 Leitz-Ordner zur Prüfung bekommen habe, doch bei der Verwaltung
gebe es keine Chemiker – wie anderswo. Da sei die Stadt eben "in schlechter Gesellschaft" gewesen. "Es haben alle
geschlafen und fast alle Fristen versäumt", sagte Heide. Wenn der Landtag das Enteignungsgesetz zurücknähme,
sei das genehmigte Planfeststellungsverfahren noch nicht aus der Welt.
Nun könne man aber gegen die vielen Änderungen, gegen "das ganze Gemurkse, gegen alles, was hingepfuscht
wurde", klagen. Das macht Jörg Maaßhoff, CDU-Ratsherr aus Breitscheid, mit finanzieller Unterstützung
der Stadt. Insgesamt gebe es nur drei Privatkläger, so Heide. Angesichts der über 105 000 Protestunterschriften
sei das viel zu wenig.
Brakmann kündigte an, dass die Stadt "bis zur letzten Instanz" klagen werde. "Wir werden alle rechtlichen
Möglichkeiten ausschöpfen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Pipeline nicht in Betrieb gehen wird",
so Brakmann.
Allerdings stehe allen Gegnern noch ein langer Weg bevor: "Bleiben Sie aktiv! Wir werden noch einen langen Atem
brauchen. Das Thema muss präsent bleiben."
(Artikel bei rp-online)
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02.02.2010 (www.rp-online.de / von Joachim Preuss / Photo: rp-online)
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Breitscheid: Sorge um Bomben
Breitscheid (RP) Entlang der CO-Pipeline wird nur in "Verdachtsgebieten" nach Kampfmitteln gefahndet. Breitscheid
gehört nicht dazu: Dabei war dort Kreuzungspunkt für Nachschubwege. Die Bürgerschaft ist sauer.
Die Bürgerschaft Breitscheid fordert eine Bombensuche entlang der CO-Pipeline-Trasse in ihrem Stadtteil. Wie
berichtet, ist im Auftrag des Kampfmittelräumdienstes derzeit eine Spezialfirma an der Gasleitung unterwegs,
um Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen.
Doch Reinhard Krekler, Vorsitzender der Bürgerschaft, fordert eine intensive Untersuchung auch in seinem Bereich.
Unterstützung bekommt er von Erich Hennen, Sprecher der Pipeline-Gegner in Duisburg: "Breitscheid war im Krieg
ein Kreuzungspunkt für den Nachschub." Also auch ein Bombenziel. Das könnten viele alte Anwohner bestätigen.
Doch ausgerechnet dort werde nicht gesucht - genauso wenig wie an vielen anderen Stellen entlang der Giftgasleitung.
Die Duisburger Initiative hatte 2007 aufgedeckt, dass im Vorfeld der Trassenverlegung nicht intensiv nach Blindgängern
gesucht worden war, so wie das bei jedem Bauvorhaben eigentlich normal ist. Seit etwa sechs Wochen wird nun teilweise
mit aufwändiger Technik entlang der bereits verlegten Rohre gesucht.
Im Duisburger Süden wurden nur wenige Meter neben der Trasse prompt zwei 500-Kilo-Bomben gefunden und entschärft.
Hennen betont, dass seine Initiative sogar in den USA und England recherchiert habe und zum Beispiel mit Bomberpiloten
gesprochen habe: Daher wisse man, dass gerade der an Breitscheid angrenzende Duisburger Süden Notabwurfgebiet
war: Wenn beispielsweise die Piloten, die die Kruppschen Waffenschmieden anfliegen sollten, in Sperrfeuer gerieten
und abdrehen mussten. Um wieder die Heimat erreichen zu können, mussten sie sich der Bombenlast entledigen.
Egal wo. Denn die Treibstoffvorräte waren genau berechnet.
(Artikel bei rp-online)
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28.01.2010 (Pressemitteilung der Bürgerschaft Breitscheid e.V.)
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Flyer "CO-Pipeline der Bayer AG" -> Flyer
In der öffentlichen Mitgliederversammlung im "Roten Turm" in Breitscheid am 7. August 2009, an der viele Gäste,
u.a. Bürgermeister Birkenkamp, der Rechtsanwalt Dr. Heide sowie Fachleute und Sprecher benachbarter Bürgerinitiativen
teilnahmen, wurde einstimmig beschlossen, die Protestbewegung gegen Gefahren der Kohlenmonoxid-Gasleitung offensiv zu
unterstützen.
Zu diesem Zweck wurde eine enge Zusammenarbeit mit der Initiative "Contra Pipeline Duisburg-Süd" vereinbart.
Damit hat sich die Kette der Pipeline-Gegner von Monheim über Langenfeld, Hilden und Erkrath bis nach Duisburg
geschlossen. Bisher wurden über 100.000 Unterschriften in den genannten Städten gesammelt.
Die Bürgerschaft Breitscheid e. V. hat inzwischen ein Informationsblatt mit Antwortkarte in den Ratinger Stadtteilen
Breitscheid, Hösel, Eggerscheid und Homberg verteilen lassen. Außerdem wurde dieser "Flyer" in einem Einkaufszentrum
den Besuchern angeboten. Diese Aktion brachte bisher 1.200 Unterschriften gegen die Inbetriebnahme der Gasleitung.
Die Bürgerschaft Breitscheid e. V. dankt allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, die sich bisher beteiligt haben.
Die Unterschriften werden zu gegebener Zeit zusammen mit den Adressen der Nachbarinitiativen an die zuständige
Stelle weitergeleitet. Über die weitere Entwicklung informiert die Bürgerschaft Breitscheid e. V. auf ihrer
Homepage.
Die nächste Mitgliederversammlung ist für Donnerstag, den 4. März 2010, 19.30 Uhr im "Roten Turm", Alte
Kölner Straße 16, Ratingen-Breitscheid vorgesehen. Auch hier wird über den neuesten Stand berichtet.
Gäste sind willkommen.
Die Bürgerschaft Breitscheid e. V. wird immer bemüht sein, für die Sicherheit in unserem Stadtteil einzutreten.
Weitere Unterstützung von den Bürgern bleibt erforderlich.
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